Eine weitere realistische Brandeinsatzübung beschäftigte
die Mitglieder der Feuerwehren Ostermiething und Ernsting am 3. Dezember 2009,
als der Übungsbefehl "Brand in der alten Volksschule, Pfarrweg"
lautete. Sofort machten sich die Übungsteilnehmer mit 2 Tanklöschfahrzeugen,
1 Kommandofahrzeug und 2 Löschfahrzeugen auf den Weg zum
"Brandobjekt". Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde ein
Kellerbrand im Schulgebäude festgestellt, außerdem war an einem Fenster im 1.
Obergeschoß eine Person zu erkennen. Die Besatzung des TLF-1 rettete die Person
über eine Steckleiter, gleichzeitig wurde ein Atemschutztrupp ausgerüstet, der
Schnellangriffsverteiler vor dem Haupteingang gesetzt und ein HD-Rohr
vorgenommen. Mittlerweile wurde per
Scheinwerfer die Einsatzstelle ausgeleuchtet und im Kommandofahrzeug eine
Einsatzleit- und Atemschutzsammelstelle errichtet. Nach Angaben der geretteten
Person aus dem 1. OG befand sich ein 12-jähriger Bub in der Wohnung im 1. Stock;
außerdem war zu vermuten, dass sich der Großvater im Erdgeschoß aufhielt. Priorität hatte
somit die sofortige Personensuche und -rettung. Deswegen wurde von der Besatzung des LFB-A eine
Schiebeleiter im südlichen Teil des Gebäudes zur Wohnung aufgestellt, über die
der Atemschutztrupp des TLF-1 in die Wohnung eindrang und mit der Suche nach dem
vermissten Jungen begann. Dabei mussten das Wohnungsfenster genauso wie einige
Innentüren gewaltsam geöffnet werden. Ein ausgerüsteter Atemschutztrupp des
ebenfalls eingetroffenen TLF-2 wurde zur Personensuche über den Haupteingang in
das Erdgeschoß geschickt. Der Kellerbrand wurde über ein Kellerfenster im
Außenangriff mit einem HD-Rohr bekämpft, gleichzeitig wurde vom Einsatzleiter
das Fluten des in Vollbrand stehenden Kellerraumes mit Mittelschaum angeordnet.
Die Besatzung des KLF errichtete unterdessen von einem 100m entfernten
Überflurhydranten eine B-Zubringleitung zum Tanklöschfahrzeug 1, beim
Haupteingang wurde von der LFB-Besatzung ein Überdruckbelüftungsgerät
aufgestellt und in Betrieb genommen. Inzwischen konnte der vermisste Bub im 1. OG vom
Atemschutztrupp gefunden und über die Leiter ins Freie gerettet werden. Der
Trupp begann anschließend im Obergeschoß mit der Suche nach dem vermissten
Mann; ein dritter Atemschutztrupp (LFB-A) ging zur Unterstützung der
Personensuche durch den 2. Trupp im Erdgeschoß vor. Nach einigen Minuten wurde
der 1. Trupp im Obergeschoß in einem Badezimmer fündig und
begann die Bergung der Person ins Freie. Der 3. Atemschutztrupp wurde
anschließend mit einem HD-Rohr zu Nachlöscharbeiten in den Keller entsendet,
der vollständig mit Mittelschaum geflutet war. Dabei mussten die
Atemschutzträger auch die Blinklampen, die von der Übungsleitung zur
Brandkennzeichnung verwendet wurden, finden und bergen - ein "Tauchgang"
eines Feuerwehrmannes war dabei auch notwendig...
Zur "Beschäftigung" der Mannschaft im Freien
wurde mittlerweile ein Dachstuhlbrand angenommen und zum Schutz der
Nachbarobjekte, die fast direkt an die Volksschule angrenzen, ein C-Hydroschild
aufgebaut. Außerdem wurden 1 B- und 1 C-Rohr im Außenangriff vorgenommen und -
bei Rücksprache mit der Wassergenossenschaft - die Leistungsfähigkeit des
Hydranten ausgetestet.