Feuerwehrhaus-Neubau

Vorgeschichte

Dem Neubau eines Feuerwehrhauses für die FF Ostermiething gingen viele Jahre der Ungewissheit und des Wartens voran. Innerhalb der Feuerwehr beschäftigten wir uns bereits Ende der 90er Jahre mit dem Thema. Noch 2005 wurde ein Einsatzzentrum für die Feuerwehren, die Polizei, das Rote Kreuz und den Bauhof im Gewerbegebiet diskutiert, wie es jetzt in ähnlicher Form in diesem Gebiet tatsächlich realisiert wird – wenn auch in räumlich getrennten, eigenständigen Gebäuden.

Bereits damals stand fest, dass vor 2015 jedoch nicht mit entsprechenden Bauarbeiten gerechnet werden könne. Andere dringendere und wichtigere Projekte mussten zuvor realisiert und finanziert werden. Es war klar, dass es vorher keine Möglichkeit geben würde, ein neues Feuerwehrhaus zu projektieren. Da wir jedoch durch die bevorstehende Erweiterung des Fuhrparks (neues Tanklöschfahrzeug 2007) mit größeren Platzproblemen zu kämpfen hatten, wurden Vorschläge zu einer Erweiterung des Gebäudes ausgearbeitet, besprochen und im August desselben Jahres der Bau von zwei provisorischen Garagen vorgeschlagen.

2007 fassten wir die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes ins Auge. Dann im Herbst 2008, nach erfolgreicher Abwicklung des 125-jährigen Gründungsfestes mit großem Erfolg und entsprechenden Einnahmen, stellten wir gemeinsam mit dem Bürgermeister Überlegungen zur Verlängerung der Fahrzeughalle um 10 Meter nach vorne an. Aufgrund der verschiedenen Mängel an beiden Feuerwehrhäusern kam es zu diesem Zeitpunkt erneut zur Diskussion über einen gemeinsamen Neubau.

Bis diese Idee jedoch letztendlich zur Umsetzung gelangt, sollten – wie wir heute wissen – noch einige Jahre ins Land ziehen.

Im April 2009 besprachen wir mit Bürgermeister Gerhard Holzner den möglichen Ausbau in Richtung der angrenzenden Wiese. Im Herbst, nach dem Kommandowechsel in der FF Ostermiething, wurde jedoch das Thema eines Gemeinschaftsprojektes mit der FF Ernsting wieder aufgegriffen. Die schwierige finanzielle Lage auf Landes- und Gemeindeebene ließ Hoffnungen auf zusätzliche Mittel und eine raschere Umsetzung aufleben, da die Landespolitik Kooperationen schon damals favorisierte. Der Landesrechnungshof schlug z.B. vor, den weiteren Ausbau des Anreizsystems für freiwillige Feuerwehr-Kooperationen durch legistische Maßnahmen, stärkere finanzielle Anreize und verstärkte positive Meinungsbildung durch das Land und den Oö. Landes-Feuerwehrverband, voranzutreiben.

Anfang 2010 gab es diesbezügliche Gespräche mit dem Kommando der Feuerwehr Ernsting. Um uns ein Bild machen zu können, besichtigten wir gemeinsam das Feuerwehrhaus Uttendorf-Reith-Freihub. In der FF Ernsting fand sich jedoch leider keine Mehrheit für dieses Vorhaben.

Im Sommer begannen wir intern mit ersten detaillierteren Planungen bezüglich eines Umbaus des bestehenden Gebäudes mit umfangreicher Sanierung. Im Herbst war Ing. Wolfgang Reisinger vom Landes-Feuerwehrkommando (LFK) zu Gast, gemeinsam mit dem Bürgermeister wurde das Feuerwehrhaus besichtigt und ein Raumerfordernisprogramm in Auftrag gegeben. Aufgrund einer günstigen Gelegenheit konnten wir im gleichen Jahr noch eine gebrauchte Drehleiter ankaufen. Das Fahrzeug ist ein wichtiges und wertvolles Einsatzmittel in der Gemeinde und im Umland, das Platzproblem verschärfte sich damit jedoch noch einmal erheblich. Es war klar, dass rasch eine Zwischenlösung gefunden werden musste, die nach langen Diskussionen, Kostenvoranschlägen und verschiedenen möglichen Varianten (auf Ersuchen der Gemeinde kam es im Frühjahr 2012 sogar erneut zum Versuch einer Kooperation mit der FF Ernsting, der aber auch dieses Mal scheiterte) in die Beschaffung der beiden Fertiggaragen mündete. Ein wichtiges Argument für diesen Ankauf, zu dem die Feuerwehr 2/3 der Kosten selbst beisteuerte, war die mögliche Mitnahme der Garagen zu einem neuen Standort in der Zukunft.

In der Folge lag der Fokus auf einer Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes. 2014 meldete unser Bürgermeister dieses Projekt beim Land an, die Umsetzung war für 2018 geplant. Nach einer Begehung durch den zuständigen Techniker der Abteilung Umwelt, Bau- u. Anlagentechnik des Landes im April 2015 wurde auch ein Neubau thematisiert. Im Sommer beauftragte Bürgermeister Gerhard Holzner eine Gebäudesubstanzanalyse, welche erhebliche Mängel am und im Gebäude aufzeigte. Eine Sanierung mit Schaffung zusätzlicher Flächen erschien daraufhin vor allem wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Wichtig war zu diesem Zeitpunkt vor allem auch die rasche Umsetzung der neuen Gefahrenabwehr- und Entwicklungsplanung (GEP), um die vom Gesetzgeber vorgesehene notwendige Gebäudegröße festzustellen. Diesen Prozess konnten wir im Juni 2016 abschließen. Ein wesentliches Ergebnis ist die genehmigte Stationierung eines Hubrettungsfahrzeuges und die damit mögliche Planung eines Neubaus mit 6 Stellplätzen. Wir besichtigten daraufhin weitere neue Feuerwehrhäuser in OÖ, um uns umfassend zu informieren und auf die Projektarbeit vorzubereiten.

Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung am 7. November 2016 den Neubau eines Feuerwehrhauses für die FF Ostermiething einstimmig. Anschließend begann die schwierige und aufwändige Suche nach einem geeigneten Grundstück, die ein Jahr dauerte. Aufgrund der Wohnsituation der Mitglieder und Einsatzschwerpunkte in der Mitte und im Nordwesten sowie des Standortes der FF Ernsting im Osten des Gemeindegebiets versuchten wir aus einsatzstrategischen Gründen den Bau im Gewerbegebiet zu verhindern. Das stellte unseren Bürgermeister vor eine große Herausforderung. Vielen Dank, lieber Gerhard, für deine Geduld im Jahr 2017 – wir haben es dir und uns nicht leicht gemacht. Am 22. November 2017 musste schließlich mangels geeigneter Alternativen und aufgrund des vorhandenen Entwicklungspotentials der Gemeinde der Standort im Gewerbegebiet fixiert werden.

Unabhängig von der Standortfrage starteten wir bereits im Frühling 2017 mit der internen Planungsphase für das neue Feuerwehrhaus, welche bis Mitte 2018 im Wesentlichen abgeschlossen und das Ergebnis als Vorschlagspapier an die zum Wettbewerb geladenen Architekten übergeben werden konnte. Die Mitwirkung des Kommandanten als Sachpreisrichter und weiterer Mitglieder als Berater im Preisgericht am 6. August 2018 unterstrichen das Bestreben seitens des Bürgermeisters und der Gemeinde, die Feuerwehr am Neubau entscheidend mitwirken zu lassen. Das Siegerprojekt der Architekten Färbergasse mit Dipl.-Ing. Hermann Zeilinger war für uns auch das geeignetste und traf alle unsere Vorstellungen hinsichtlich des Neubaus am besten.

Im Oktober genehmigte die Direktion für Inneres und Kommunales im Rahmen eines Bauberatungsgesprächs das Projekt unter der Auflage von Einsparungen. Außerdem wurde wegen der räumlichen Nähe die Thematik der Kooperation mit der FF Ernsting wieder angesprochen – und 15% der Baukosten an zusätzlicher Förderung aus dem Regionalisierungsfonds als Anreiz dafür in Aussicht gestellt. Damit stand fest, dass alleine aus wirtschaftlichen Überlegungen ein gemeinsamer Bau erneut zu diskutieren war.

Für die Kommanden und Mannschaften der beiden Feuerwehren begann daraufhin im November 2018 eine herausfordernde Zeit. Nach kurzer und durchaus kontroversieller Diskussion in den Feuerwehren und nach der jeweiligen Befragung der Einsatzmannschaften stimmte die FF Ostermiething Ende November einstimmig zu, das Kommando der FF Ernsting fasste im Dezember den Beschluss für den gemeinsamen Neubau. Dem Miteinander stand nichts mehr im Weg und die Planungen konnten im Jänner beginnen. Der gewählte Standort zwischen den Ortsteilen Ernsting und Ostermiething ist für ein Gebäude, das beide Feuerwehren beheimatet, perfekt geeignet. 

Das aktualisierte Raumprogramm des LFK sieht wegen der Kooperation und aufgrund der prognostizierten Entwicklung der Gemeinde zwei zusätzliche Stellplätze (gegenüber einer Planung für die FF Ostermiething alleine) vor. Gemeinsam mit unserem Architekten wurde der bestehende Plan adaptiert. Es folgten sehr viele Besprechungen zur Detailplanung im Jahr 2019, die wir gemeinsam mit unseren Ernstinger Kameraden erledigten. Die Planungsteams aus beiden Feuerwehren arbeiteten sachlich und lösungsorientiert, dadurch konnten die meisten Themen rasch abgehandelt und offene Fragen gelöst werden. Im August erhielt die Gemeinde den genehmigten Finanzierungsplan vom Land, einem Baubeginn stand fast nichts mehr im Weg. Auch das Thema der notwendigen Eigenleistungen der Feuerwehren klärten wir rasch, gemeinsam und zufriedenstellend.

Am 7. November 2019 erfolgte mit den ersten Erdarbeiten durch die Firma Pfaffinger der Baubeginn, selbstverständlich organisierten wir an diesem Tag eine kleine Feier vor Ort. In den letzten Monaten erfolgte die Ausschreibung der meisten Gewerke auf Basis unserer Vorstellungen. In der Gemeinderatssitzung am 2. März 2020 wurden die nächsten Aufträge an die anbietenden Firmen vergeben. Am selben Tag begann die Fa. Stampfl mit den Baumeisterarbeiten.

Wir blicken zuversichtlich und freudig auf die nächsten Monate, in denen unser „Jahrhundertprojekt“, wie manche es nennen, realisiert wird und können den Einzug Anfang 2021 fast nicht mehr erwarten!

Großer Dank gebührt unserem Bürgermeister Gerhard Holzner für seinen enormen Einsatz über die Jahre für dieses Projekt und die Möglichkeit uns einzubringen, die er uns in diesem Zusammenhang gewährt. Auch Amtsleiter Manfred Russinger und seinem Team danken wir für ihre Tätigkeit und den Gemeinderäten für die Zustimmung zum Vorhaben und ihre Unterstützung.